Die ersten Tage sind sonnig. Und in Shumen, am östlichen Rand des europäischen Randstaats Bulgarien, bedeutet das eine Menge. Die Stadt hat vielleicht mal bessere Zeiten gesehen. Jedenfalls zeugen gewaltige und deutlich überdimensionierte Betongebilde im kleinen Stadtzentrum von Ambitionen der längst verwehten sozialistischen Herrschaft. Aus dem sozialistischen ist längst der triste Realismus geworden. Und der […]
Kategorie: My Photography
Kawabatas Japan – Maiko and Mamoru
Manchmal kommen mir bei der Erwähnung von Ländern, die ich nie besuchte, bestimmte Autoren in den Sinn. Kolumbien zum Beispiel: das polyphone Chaos von Garcia Marquez. Oder Russland: Dostojevskijs psychopathologische Achterbahnfahrten. Bei Japan denke ich an Kawabata. An seine exakt kadrierten ästhetischen Räume, in die hinein die unterdrückten Gefühlswelten seiner Helden eingelassen werden. Wie in […]
Kyoto IV – the City
Und dann ist da noch die Stadt. Kyoto City. Ohne die Schreine, Tempel und Gärten. Hübsch. Auf neujapanische Weise. So viel kleiner als Tokio. Durch die Besuche der Tempel und Gärten geschult, reicht manchmal ein Blick auf den Asphalt oder aus dem Hotelfenster, um Sachen schön zu finden, die man sonst nicht sieht. Pigeon English […]
Kyoto III – Arashiyama Bamboo Forest
Der kleine Bambuswald ist eine der Hauptattraktionen Kyotos. Also wieder frühmorgens aufstehen und losziehen. Mit der Bahn vorbei an sehr japanisch zusammengewürfelten Häusern und Häuschen. Frisch war es noch, als ich ausstieg. Und es roch nach verbranntem Holz. Wohin jetzt? Google Maps zeigte in eine Richtung, die mir merkwürdig schien. Also überwand ich mich und […]
Kyoto II – Geishas, a lot of them
Geishas, viele davon. Für umgerechnet 25 Euro kann man sich die Kostüme ausleihen, und nicht nur junge Japanerinnen machen davon Gebrauch. Auch Chinesinnen scheinen ganz fasziniert zu sein von den Kimonos. Ich habe auch einige sehr kräftige Amerikanerinnen derart verkleidet durch die Stadt spazieren sehen. Je mehr man sich den heiligen Orten der Stadt nähert, […]
Kyōto I – Ryōan-ji
Kyōto muss schon sein. Sagten berufene Münder auch in Tokio. So lange nach Japan zu fliegen und die geschichtsträchtige Stadt außen vor zu lassen: unmöglich. Etwas über zwei Stunden brauchte der Schnellzug, der genauso schnell und pünktlich ist, wie die Sage geht. Schon der Name ein einziges gleißendes Rauschen: Shinkansen. Drei Tage war ich dann […]
Tokyo VIII – Harajuku
Es wird langsam kühler in Tokio. Auch die ständige Schwüle der letzten Wochen hat sich ganz verzogen. Und es ist Sonntag. Ich erinnere die bleierne Schwere grauer Sonntage in Köln. Man geht an geschlossenen Geschäften vorbei, ab und an eine Kleinfamilie oder ein anständig gekleidetes Rentnerpaar auf dem Weg ins Museum. Kirchenglocken hier und da. […]
Tokyo VII – Half Time and a long Walk
Fast schon Halbzeit in Tokio. Das Wetter bewölkt, mein Hals schmerzt, die Nase läuft. Ungünstig hier, wo das Schnäuzen in der Öffentlichkeit als anstößig gilt. Vielleicht kann ich meinen Trübsinn ja wegwandern, dachte ich gestern, entstieg der Metro in Ebisu und machte von dort einen Spaziergang nach Roppongi. Ständig begleitet von Raben und Krähen, die […]
Tokyo VI – Working Men
Baustellen, die sieht man schon. Und also Bauarbeiter, aber mehr noch: alte Männer, die in blauen Uniformen diese Baustellen abschirmen, in der Dunkelheit mit roten Stablampen in der Hand. Aber das sind nicht die arbeitenden Massen, die man mit Tokio verbindet. Und es stimmt ja auch: das Heer der working people stellen die Angestellten. Die […]
Tokyo V – Shibuya Crossing
Man kann die Augen zumachen. Und nur zuhören. Als ob sich der Elektrosmog und die zahllosen Menschen, das Surren der Motoren zu einem knisternden Rauschen verdichten. Shibuya Crossing, gestern Abend. Dann öffnete ich die Augen, streifte durch die Straßen und fing das Licht der Autos, haushohen Werbebildschirme und Baustellen in der Umgebung ein. You can […]