Man kommt nicht jedes Jahr noch Tokio. Als Europäer vielleicht nur einmal in seinem Leben. Die Reise dorthin ist teuer, das Leben dort auch. Und es gibt ja noch andere spannende Länder, die man sehen könnte. Wenn man Glück hat – und das Geld dazu. Also habe ich Tagebuch geführt in meiner Zeit in Japan. […]
Kategorie: Travel
Into the Dark – Churches in Sofia
Es ist nicht das Äußere, das zählt. Das in der Sonne strahlende Blattgold oder die Kreuze und Kuppeln. Es ist die Schwelle, die man überschreitet, vom Licht ins Dunkle. In der russischen Kirche Sweti Nikolaj und der Alexander Newski Gedächtniskirche ist dieses vom Rauch der Kerzen stammende Dunkel kaum greifbar, wie ein verwehter Gesang aus […]
Dawn of the Concrete – Sofia
Die Autobahn aus dem Osten des Landes führt an brutalistischen Häusertürmen vorbei übergangslos und mehrspurig ins Zentrum der Stadt. Dahin, wo das Kopfsteinpflaster gelb ist. Wo die Bürgersteige brüchig und voller Unebenheiten und Stolperfallen sind. Dahin, wo schöne alte Häuser einträchtig neben Betonbauten verwittern, und die Strassen voller Bäume sind. Die Stadt hat nur wenig […]
Monument 1300 Years Bulgaria – Shumen
1300 Jahre Bulgarische Geschichte feiert das titanische Monument, das auf einem Hügel über Shumen thront, von sehr weitem schon sichtbar ist, und dessen monumentale schaurig-schöne Hässlichkeit auch eine weite Anreise lohnt. Der Besucher verzwergt zu Füßen der frühbulgarischen Heroen, nachdem er sich 1300 Stufen hinauf zum Denkmal gequält hat. Die Sonne stiehlt sich durch Lichtspalten […]
Shumen and some Sunshine
Die ersten Tage sind sonnig. Und in Shumen, am östlichen Rand des europäischen Randstaats Bulgarien, bedeutet das eine Menge. Die Stadt hat vielleicht mal bessere Zeiten gesehen. Jedenfalls zeugen gewaltige und deutlich überdimensionierte Betongebilde im kleinen Stadtzentrum von Ambitionen der längst verwehten sozialistischen Herrschaft. Aus dem sozialistischen ist längst der triste Realismus geworden. Und der […]
Kawabatas Japan – Maiko and Mamoru
Manchmal kommen mir bei der Erwähnung von Ländern, die ich nie besuchte, bestimmte Autoren in den Sinn. Kolumbien zum Beispiel: das polyphone Chaos von Garcia Marquez. Oder Russland: Dostojevskijs psychopathologische Achterbahnfahrten. Bei Japan denke ich an Kawabata. An seine exakt kadrierten ästhetischen Räume, in die hinein die unterdrückten Gefühlswelten seiner Helden eingelassen werden. Wie in […]
Kyoto IV – the City
Und dann ist da noch die Stadt. Kyoto City. Ohne die Schreine, Tempel und Gärten. Hübsch. Auf neujapanische Weise. So viel kleiner als Tokio. Durch die Besuche der Tempel und Gärten geschult, reicht manchmal ein Blick auf den Asphalt oder aus dem Hotelfenster, um Sachen schön zu finden, die man sonst nicht sieht. Pigeon English […]
Kyoto III – Arashiyama Bamboo Forest
Der kleine Bambuswald ist eine der Hauptattraktionen Kyotos. Also wieder frühmorgens aufstehen und losziehen. Mit der Bahn vorbei an sehr japanisch zusammengewürfelten Häusern und Häuschen. Frisch war es noch, als ich ausstieg. Und es roch nach verbranntem Holz. Wohin jetzt? Google Maps zeigte in eine Richtung, die mir merkwürdig schien. Also überwand ich mich und […]
Kyoto II – Geishas, a lot of them
Geishas, viele davon. Für umgerechnet 25 Euro kann man sich die Kostüme ausleihen, und nicht nur junge Japanerinnen machen davon Gebrauch. Auch Chinesinnen scheinen ganz fasziniert zu sein von den Kimonos. Ich habe auch einige sehr kräftige Amerikanerinnen derart verkleidet durch die Stadt spazieren sehen. Je mehr man sich den heiligen Orten der Stadt nähert, […]
Kyōto I – Ryōan-ji
Kyōto muss schon sein. Sagten berufene Münder auch in Tokio. So lange nach Japan zu fliegen und die geschichtsträchtige Stadt außen vor zu lassen: unmöglich. Etwas über zwei Stunden brauchte der Schnellzug, der genauso schnell und pünktlich ist, wie die Sage geht. Schon der Name ein einziges gleißendes Rauschen: Shinkansen. Drei Tage war ich dann […]