Hamburg im Winter 2022

Hamburg kenne ich vor allem aus meiner Zeit als Wehrpflichtiger in Hamburg-Harburg. Ich erinnere mich gut an schnöselige Unteroffiziere, die nach Dienst fröhlich in ihren Golf Cabrio hüpften, nachdem sie uns auf dem Kasernenhof hinreichend getriezt hatten. Klingt fast schon wie ein Historienroman: Kaserne! Wehrpflichtiger! Golf Cabrio! Das muss Ende der 80er, Anfang der 90er gewesen sein. Jedenfalls gab es da schon den legendären House-Club “Front”, an den ich ziemlich verrauschte Erinnerungen habe. Sehr genau erinnere ich mich dagegen an die Einladung des „Kameraden“ mit den starken Schädelknochen und den hyperintensiven Husky-Augen in die elterliche Villa in Blankenese. Wir saßen im Garten, eine Bedienstete brachte uns Tee und Kekse, und die elegant gekleidete Dame des Hauses fragte mich, woher ich denn käme. „Aus Köln“, sagte ich. Sie entgegnete mit spitzem Lächeln: das hört man Ihnen Gottseidank nicht an. Das ungefähr prägt mein Hamburg – Bild bis heute. Das und die zahlreichen schwarzen Sportwagen, die ich im Zentrum der Hansestadt bei meinem zweiten Besuch sah. Heftiger als in München, dachte ich damals. Nun waren Esther und ich für einen Kurzbesuch da, nach langer Zeit, und die Stadt hat nichts von ihrem für mich sehr ambivalenten und kühlen nordischen Charme verloren.

Pigeon English under the pictures

I know Hamburg mainly from my time as a conscript in Hamburg-Harburg. I remember well the snooty sergeants who would happily hop into their Golf Cabrio after they had teased us enough in the barracks yard. Sounds like something out of a very dusty history novel: Barracks! Golf convertible! That must have been in the late 80s, early 90s. In any case, there was already the legendary house club “Front”, of which I have rather hazy memories. On the other hand, I remember very clearly the invitation of a “comrade” with strong skull bones and the hyper-intense Husly eyes to his parents’ villa in Blankenese. We sat in the garden, a servant brought us tea and biscuits, and the elegantly dressed lady of the house asked me where I was from. I said: from Cologne. She replied with a pointed smile: Thank God one cannot hear that. That is what characterizes my Hamburg image to this day. That and the numerous black sports cars I saw in the center of the Hanseatic city on my second visit. Now Esther and I were there for a short visit, after a long time, and the city has lost none of its cool and ambivalent Nordic charm, at least for me.

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