Modern Gods

Thissio Metro Station. Der goldene Lorbeerkranz auf seinem Kopf fällt mir sofort auf. Ich gehe zu ihm hin. Ob ich ihn fotografieren darf? Keine Überraschung in seinem Gesicht, keine Warum-Frage, bloß der Hauch eines Schulterzuckens. Also fotografiere ich ihn, zu hastig natürlich, zu schnell, man will ja nicht aufdringlich sein (und ist es doch schon gewesen). […]

Graffiti in Athens

Früher war es laut, sehr laut. Wenn wir im Sommer in Athen, Volos oder Thessaloniki die Fenster öffneten, brandete der Lärm frisierter Mopeds und vor allem unablässiges Hupen in die Hotelzimmer rein. Die Mopeds gibt es immer noch, aber das Hupen ist fast völlig verschwunden. Als ob die Energie fehlte, seinem Recht Nachdruck zu verleihen. […]

Athen Metro

Fast täglich fahre ich mit der Athener Metro vom Victoria Platz aus ins Zentrum. Monastiraki, Syntagma, Omonia. Das sind die Stationen, wo ich am häufigsten aussteige. Meist sehe ich auf den kurzen Fahrten Touristen, Geflüchtete, Migranten und ‚einfache‘ Athener. Häufig steigen Bettler ein. Vornehme Herren in teuren Anzügen hatte ich – anders als in Paris […]

Athen und Dostojewski

‚Die Dämonen‘ hatte ich in Nea Michaniona angefangen, in der Neuübersetzung Svetlana Geiers heißt der Roman Dostojewskis ‚Böse Geister‘. Etwa 100 Seiten las ich darin. Dann stellte ich die Lektüre ein, weil er mir in der Ruhe Michanionas geschwätzig vorkam. Einem Freund schrieb ich: ‚Diese hypersensiblen, hochintelligenten, kindlichen Schwadroneure wollen einfach nicht zu meiner Stimmung […]

Athen, 1. Mai

Pünktlich zur Landung des Flugzeugs streikte die Metro. Immerhin haben die Taxis jetzt eine Flatrate von 38 Euro für die Fahrt zum Zentrum Athens, die draussen vor dem Flughafen groß ausgewiesen wird. Die Stadt selbst? Fast ausgestorben. Alle, die es sich leisten können, machen am 1. Mai einen Ausflug auf’s Land. Zurück bleiben oft die, […]

Nachmittag in Xanthi

Über die Stadt Xanthi habe ich an anderer Stelle schon einmal geschrieben. Deswegen hier nur soviel: Ich freute mich über den Schatten auf dem Gästeparkplatz meines Hotels mit dem schönen Namen Xanthippion, der den Wagen meiner Schwester zerschnitt. Hatte etwas sehr Urbanes. Fast schon amerikanisch. Nach Samothraki war mir das willkommen. Was mir dann nachmittags […]