The Stage of Streets – People Photography in Liège

There are many different styles of street photography. For myself I discovered over the last years a preference for pictures who focus on one or two interesting characters with an expression that somehow touches me. For this kind of street photography which concentrates on the expression of an interesting character the background is immensely important. It shouldn’t be cluttered (as it often is in Cologne), so that you focus on the character, the environment. The buildings should form a kind of stage, which still can be seen  – therefore in general I’m not fond of pictures taken with tele lenses and blurred out background. In an ideal world, even the light should contribute to the mood, as if a set designer had mastered it before the shot. Light besides what I honestly can say is, that the center of Liège is a really great stage for street photography.

As always: please excuse my poor English.

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

Es gibt viele verschiedene Arten von Street-Fotografie. In den letzten Jahren hat sich bei mir eine Präferenz für solche Bilder herausgebildet, die einen, vielleicht zwei Charaktere im Zentrum haben, deren Ausdruck mich irgendwie berührt. Für eine solche Art der Fotografie ist der Hintergrund der Szene immens wichtig. Er sollte nicht voll gemüllt sein mit Schildern, Zeichen, Straßenlaternen (wie das häufig in Köln der Fall ist). Der Betrachter sollte sich ganz auf den Charakter konzentrieren können. Die ihn umstehenden Gebäude oder Wände sollten eine Art Bühne bilden, aber die Gebäude sollten auch noch als solche zu erkennen sein, weswegen mir im allgemeinen Aufnahmen mit Teleobjektiven nicht gefallen, da sie häufig den Hintergrund ins Beliebige verschwimmen lassen. In einer idealen Welt sollte auch das Licht zur Stimmung beitragen, als ob ein Bühnenmeister es vor der Aufnahme eingerichtet hätte. Das Licht beiseite genommen (das, egal wo, immer auch eine Sache des Glücks, des richtigen Zeitpunkts, der ausgiebigen Recherche ist), kann ich wirklich sagen, dass die kleine Stadt von Liège eine fantastische Bühne für Street-Fotografie ist.

 

 

The Scars of Decline – Buildings and Architecture in Liège (Lüttich)

Liège once had been a rich industrial town in Belgium. But with the decline of it’s factories you can see the scars poverty has left.  Without wanting to be cynical: in almost any aspect it’s far more interesting to photograph in a city, which once had great times but now struggles to find a new identity. Liège is a great example. So many interesting characters in the streets, a wild mixture of architectural styles, standing close together, sometimes pretty und dull as Dutch window dressings, sometimes ugly and fascinating as brutalism in architecture can be.

Deutsche Übersetzung unter den Fotografien.

 

 

Liège war mal eine reiche Industriestadt in Belgien. Aber nach dem Niedergang seiner Fabriken kann man die Narben sehen, die die Armut hinterlassen hat. Ohne zynisch sein zu wollen: in fast jeder Hinsicht ist es spannender in einer Stadt zu fotografieren, die einst große Zeiten erlebte und nun um eine neue Identität kämpft. Liège ist ein großartiges Beispiel. So viele interessante Charaktere in den Strassen, ein wilder Mix architektonischer Stilrichtungen, dicht an dicht, manchmal hübsch und dumpf wie holländische Fensterdekorationen, manchmal so hässlich und faszinierend zugleich wie der Brutalismus in der Architektur.

 

Strange Encounter – Cologne Cemetery Westfriedhof

I was taking pictures of a grave with flowers wrapped in plastic, when a man approached me on his bike. He was tanned, quite athletic, probably in his 50’s.
‘What’s up?, he asked.
‘I took some pictures of the flowers.’
‘Yeah’, he said, staring at me. ‘I just visited the grave of my brother.’
He paused, staring continiously at me. ‘But that’s all I want to say.’
We stood there, in the already strong morning sun, saying nothing. Then he said ‘Bye’, disappearing with his bike.
Sometimes it’s hate, which makes you visit the graves of your relatives.

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

Ich kniete und machte an einem Grab Aufnahmen von einem in Plastikfolie eingewickelten Blumenstrauß, als sich mir ein Mann auf seinem Fahrrad näherte. Er war gebräunt, ziemlich athletisch, vielleicht Ende 50.
‘Und, alles klar?’, fragte er mich.
‘Ich habe ein paar Aufnahmen von den Blumen gemacht’.
‘Ja’, sagte er und starrte mich an. ‘Ich habe gerade das Grab meines Bruders besucht.’ Er sagte nichts weiter. Und dann: ‘Aber mehr will ich dazu nicht sagen.’ Wir standen da, in der schon starken Morgensonne, und schwiegen uns an. Schließlich verabschiedete er sich und verschwand auf seinem Fahrrad. Manchmal ist es Hass, der dich das Grab Deiner Verwandten besuchen lässt.

 

Searching the right Colors – Street Party Le Bloc in Cologne

Colors. It’s not easy for me to get them right in my photography. That’s one of the reasons I ususally prefer black and white. To get rid of the endless possibilities to influence the character of a picture. And to spoil it. But this weekend with bright afternoon sunshine I decided to give colors another try. To choose my beloved strong reds and blues which I breathed in as a child when I saw all these Technicolor movies on TV – or later in the gorgeous photography of Ernst Haas. So here is the result. Your critique is welcome!

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

Farben. Ich fand es noch nie einfach, die richtigen Töne zu treffen. Das ist einer der Gründe, warum ich Schwarz-Weiss-Fotografie bevorzuge: man hat weniger Optionen und also weniger Möglichkeiten, das Bild zu verhunzen. Ganz besonders leicht  passiert das mit Hauttönen. Aber an diesem Wochenende mit seinem hellen, warmen Nachmittagslicht wollte ich es doch wieder versuchen. Noch einmal die Blau- und Rottöne akzentuieren, die ich als Kind mit all den Technicolor-Filmen eingesogen habe. Oder viel später in den Fotografien des großen Ernst Haas bewunderte. Hier nun das Resultat. Kritische Anmerkungen sind willkommen!

Otto Dix and a Leica M6

Actually I wasn’t very confident to take a 35mm film camera with me to take some shots in an exhibition with paintings of Otto Dix, an artist I really like, because he managed to combine an analytical, sometimes very dark and sarcastic view on mankind with a breathtaking sensuality. Anyway, I took my Leica M6 with me because it’s quieter than my Nikon FE. The Kodak Tri-X Film was pushed @ 800. The pictures are nothing I am  very proud of, but at least they gave proof to me, that it is indeed possible for me, to take candid shots with a film camera.

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

 

Ehrlich gesagt zweifelte ich an meiner Entscheidung, bloß eine analoge Kamera mitzunehmen nach Düsseldorf, um in einer Ausstellung mit Bildern von Otto Dix zu fotografieren, einen Künstler, den ich sehr schätze, weil er einen analytischen, manchmal düsteren und sarkastischen Blick auf den Menschen mit einer beeindruckenden farbintensiven Sinnlichkeit verbindet. Wie auch immer, ich entschied mich für die Leica M6, weil sie viel leiser ist als die Nikon FE (allerdings immer noch deutlich lauter als die digitale Fuji X100). Der Kodak TX 400 Film wurde auf 800 gepushed. Die Bilder sind nichts besonderes, aber zumindest haben sie mir gezeigt, dass es auch mir möglich ist, mit einer Filmkamera unbemerkt Aufnahmen zu machen, noch dazu einigermaßen richtig belichtet.

Unsuspected Subtlety – To photograph with an iphone

I never regarded the iphone as an adequate tool for taking good pictures. Especially when it comes to my style of street photography, which generally means shooting while passing strangers. But in the recent weeks, I developed a strange passion for using the iphone. When it comes to shooting stills, when you can take your time and follow the directions of light, I now really enjoy seeing things, I didn’t noticed before. Sometimes it’s like using a microscope. It slows me down. Like mindfulness in photography. I wish I could develop that kind of feeling while shooting other cameras.

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

wooden strip in our corridor / holzleiste in unserem hausflur.

wasp on the window frame of our broadcasting studio.

decoration of a curtain in our broadcasting studio / vorhangverzierung im sendestudio.

Ich habe das iphone nie als eine Möglichkeit betrachtet, gute Fotos zu machen. Besonders, wenn es um meine Art der Strassenfotografie geht, in der ich meist Menschen im Vorübergehen fotografiere. Aber in den letzten Wochen habe ich eine merkwürdige Leidenschaft für mein Handy entwickelt. Wenn es darum geht, Stillleben zu fotografieren, wenn man sich Zeit nehmen und die Richtungen verfolgen kann, in die das Licht geworfen wird. Ich genieße es, nun Dinge wahrzunehmen, die ich vorher nicht sah. Manchmal ist es so, als nutzte ich keine Kamera sondern ein Mikroskop. Ich nehme mir Zeit. Ich wünschte, ich könnte das gleiche Gefühl entwickeln, wenn ich mit anderen Kameras fotografiere.

Being Fascinated by Visitors – Museums in Paris

We’ve visited a lot of museums in Paris. Mostly those, which exhibited photography. And sometimes, just sometimes, an expression, a face in a frame stole my attention.

Wir haben eine Menge Museen besucht in Paris. Meist solche, die Fotografie-Ausstellungen zeigten. Und manchmal, nur manchmal, lenkte mich ein Ausdruck, ein Gesicht im Raum von der Kunst an der Wand ab.