Istanbul behind the Fork

Yesterday, arte-tv showed some interesting documentaries about the political and social developments in Turkey. All in all it was depressing. Even the positive examples of the few, who resist violence and political oppression and fight for freedom didn’t make it easier: they are exceptions, heroes. It’s hardly probable that they will change the course of the near future. Maybe an ailing economy can. Afterwards I looked at some photos I took during my visit of Istanbul in 2014. I saw the people on the pics and thought to myself: how do they feel right now? Are they thinking of an escape? Do they believe what the majority of mass media wants them to believe? Are they conscious about the fact that something goes in the wrong direction?  And do they feel embarrassed not to have the courage to stand their ground? I thought: What would I do in the same situation? And it was this question that made me feel very uncomfortable …

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

Gestern zeigte ARTE einige Fernsehdokumentationen über die politischen und sozialen Entwicklungen in der Türkei. Sie waren so gut wie deprimierend. Auch die Portraits jener, die gegen Gewalt und politische Unterdrückung kämpfen, stimmten mich nicht zuversichtlicher, weil ihr Ausnahmecharakter so deutlich wurde. Unwahrscheinlich, dass sie den Kurs der nahen Zukunft beeinflussen können. Höchstens eine kriselnde Wirtschaft kann das entstehende System ins Wanken bringen. Nach den Sendungen schaute ich mir Aufnahmen an, die ich 2014 in Istanbul gemacht hatte. Ich dachte: Wie mögen die Menschen auf den Bildern  jetzt fühlen? Denken sie an Flucht? Glauben sie an das, was die Massenmedien sie glauben machen wollen? Sind sie sich bewußt, dass die Gesellschaft in eine falsche Richtung läuft? Und schämen sie sich vielleicht, dass sie nicht den Mut haben, der Entwicklung zu widerstehen? Ich dachte: Was würdest Du machen in einer solchen Situation? Und es war diese Frage, die mich vielleicht am meisten deprimierte.

 

Smelling the Past – PhotoZine Muenster

It’s now several years I visit Muenster (Westfalen) on a regular basis. Esther lives there. She works in the theater. Thought it would be nice to compose a photography book or photozine with some of the pictures I took over the years. Now im trying to find them. It’s not easy. As a whole they should capture places which were and still are important – at least for us. The people we met. Or represent the town in a certain way. The light of Muenster. It’s an individual cityscape, a very personal memory book I am trying to create. Maybe four chapters: Spring-Summer-Autumn-Winter. Maybe not in that sequence. 100 pictures maybe, maybe less. When it’s ready, we can open it in the future and smell our time in Muenster. Because that’s what photography is about: Smelling the past in a visual way.

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

 

 

Seit Jahren besuche ich Münster regelmäßig. Esther lebt dort. Sie arbeitet am Theater. Ich dachte, es wäre schön, ein Photobuch oder Photozine zusammenzustellen aus den Aberhunderten Fotos, die ich in der Zeit gemacht habe. Nun bin ich dabei, sie auszusuchen. Nicht einfach. Sie sollten die Plätze zeigen, die wichtig waren und immer noch sind – jedenfalls für uns. Die Leute, die wir getroffen haben. Oder die die Stadt in einer Weise repräsentieren. Das Licht Münsters. Es ist eine individuelle Stadtlandschaft, ein sehr persönliches Erinnerungsbuch, das ich machen möchte. Vielleicht vier Kapitel: Frühling-Sommer-Herbst-Winter. Vielleicht nicht mal in der Reihenfolge. Vielleicht 100 Fotos, vielleicht weniger. Wenn es fertig ist, können wir es uns in fernerer Zukunft anschauen und unsere Zeit in Münster erinnern. Das ist es schließlich, was Fotografie ausmacht: Auf visuelle Weise die Vergangenheit riechen.

The Stage of Streets – People Photography in Liège

There are many different styles of street photography. For myself I discovered over the last years a preference for pictures who focus on one or two interesting characters with an expression that somehow touches me. For this kind of street photography which concentrates on the expression of an interesting character the background is immensely important. It shouldn’t be cluttered (as it often is in Cologne), so that you focus on the character, the environment. The buildings should form a kind of stage, which still can be seen  – therefore in general I’m not fond of pictures taken with tele lenses and blurred out background. In an ideal world, even the light should contribute to the mood, as if a set designer had mastered it before the shot. Light besides what I honestly can say is, that the center of Liège is a really great stage for street photography.

As always: please excuse my poor English.

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

Es gibt viele verschiedene Arten von Street-Fotografie. In den letzten Jahren hat sich bei mir eine Präferenz für solche Bilder herausgebildet, die einen, vielleicht zwei Charaktere im Zentrum haben, deren Ausdruck mich irgendwie berührt. Für eine solche Art der Fotografie ist der Hintergrund der Szene immens wichtig. Er sollte nicht voll gemüllt sein mit Schildern, Zeichen, Straßenlaternen (wie das häufig in Köln der Fall ist). Der Betrachter sollte sich ganz auf den Charakter konzentrieren können. Die ihn umstehenden Gebäude oder Wände sollten eine Art Bühne bilden, aber die Gebäude sollten auch noch als solche zu erkennen sein, weswegen mir im allgemeinen Aufnahmen mit Teleobjektiven nicht gefallen, da sie häufig den Hintergrund ins Beliebige verschwimmen lassen. In einer idealen Welt sollte auch das Licht zur Stimmung beitragen, als ob ein Bühnenmeister es vor der Aufnahme eingerichtet hätte. Das Licht beiseite genommen (das, egal wo, immer auch eine Sache des Glücks, des richtigen Zeitpunkts, der ausgiebigen Recherche ist), kann ich wirklich sagen, dass die kleine Stadt von Liège eine fantastische Bühne für Street-Fotografie ist.

 

 

The Scars of Decline – Buildings and Architecture in Liège (Lüttich)

Liège once had been a rich industrial town in Belgium. But with the decline of it’s factories you can see the scars poverty has left.  Without wanting to be cynical: in almost any aspect it’s far more interesting to photograph in a city, which once had great times but now struggles to find a new identity. Liège is a great example. So many interesting characters in the streets, a wild mixture of architectural styles, standing close together, sometimes pretty und dull as Dutch window dressings, sometimes ugly and fascinating as brutalism in architecture can be.

Deutsche Übersetzung unter den Fotografien.

 

 

Liège war mal eine reiche Industriestadt in Belgien. Aber nach dem Niedergang seiner Fabriken kann man die Narben sehen, die die Armut hinterlassen hat. Ohne zynisch sein zu wollen: in fast jeder Hinsicht ist es spannender in einer Stadt zu fotografieren, die einst große Zeiten erlebte und nun um eine neue Identität kämpft. Liège ist ein großartiges Beispiel. So viele interessante Charaktere in den Strassen, ein wilder Mix architektonischer Stilrichtungen, dicht an dicht, manchmal hübsch und dumpf wie holländische Fensterdekorationen, manchmal so hässlich und faszinierend zugleich wie der Brutalismus in der Architektur.

 

Strange Encounter – Cologne Cemetery Westfriedhof

I was taking pictures of a grave with flowers wrapped in plastic, when a man approached me on his bike. He was tanned, quite athletic, probably in his 50’s.
‘What’s up?, he asked.
‘I took some pictures of the flowers.’
‘Yeah’, he said, staring at me. ‘I just visited the grave of my brother.’
He paused, staring continiously at me. ‘But that’s all I want to say.’
We stood there, in the already strong morning sun, saying nothing. Then he said ‘Bye’, disappearing with his bike.
Sometimes it’s hate, which makes you visit the graves of your relatives.

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

Ich kniete und machte an einem Grab Aufnahmen von einem in Plastikfolie eingewickelten Blumenstrauß, als sich mir ein Mann auf seinem Fahrrad näherte. Er war gebräunt, ziemlich athletisch, vielleicht Ende 50.
‘Und, alles klar?’, fragte er mich.
‘Ich habe ein paar Aufnahmen von den Blumen gemacht’.
‘Ja’, sagte er und starrte mich an. ‘Ich habe gerade das Grab meines Bruders besucht.’ Er sagte nichts weiter. Und dann: ‘Aber mehr will ich dazu nicht sagen.’ Wir standen da, in der schon starken Morgensonne, und schwiegen uns an. Schließlich verabschiedete er sich und verschwand auf seinem Fahrrad. Manchmal ist es Hass, der dich das Grab Deiner Verwandten besuchen lässt.

 

Searching the right Colors – Street Party Le Bloc in Cologne

Colors. It’s not easy for me to get them right in my photography. That’s one of the reasons I ususally prefer black and white. To get rid of the endless possibilities to influence the character of a picture. And to spoil it. But this weekend with bright afternoon sunshine I decided to give colors another try. To choose my beloved strong reds and blues which I breathed in as a child when I saw all these Technicolor movies on TV – or later in the gorgeous photography of Ernst Haas. So here is the result. Your critique is welcome!

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

Farben. Ich fand es noch nie einfach, die richtigen Töne zu treffen. Das ist einer der Gründe, warum ich Schwarz-Weiss-Fotografie bevorzuge: man hat weniger Optionen und also weniger Möglichkeiten, das Bild zu verhunzen. Ganz besonders leicht  passiert das mit Hauttönen. Aber an diesem Wochenende mit seinem hellen, warmen Nachmittagslicht wollte ich es doch wieder versuchen. Noch einmal die Blau- und Rottöne akzentuieren, die ich als Kind mit all den Technicolor-Filmen eingesogen habe. Oder viel später in den Fotografien des großen Ernst Haas bewunderte. Hier nun das Resultat. Kritische Anmerkungen sind willkommen!

Otto Dix and a Leica M6

Actually I wasn’t very confident to take a 35mm film camera with me to take some shots in an exhibition with paintings of Otto Dix, an artist I really like, because he managed to combine an analytical, sometimes very dark and sarcastic view on mankind with a breathtaking sensuality. Anyway, I took my Leica M6 with me because it’s quieter than my Nikon FE. The Kodak Tri-X Film was pushed @ 800. The pictures are nothing I am  very proud of, but at least they gave proof to me, that it is indeed possible for me, to take candid shots with a film camera.

Deutsche Übersetzung unter den Bildern.

 

 

 

Ehrlich gesagt zweifelte ich an meiner Entscheidung, bloß eine analoge Kamera mitzunehmen nach Düsseldorf, um in einer Ausstellung mit Bildern von Otto Dix zu fotografieren, einen Künstler, den ich sehr schätze, weil er einen analytischen, manchmal düsteren und sarkastischen Blick auf den Menschen mit einer beeindruckenden farbintensiven Sinnlichkeit verbindet. Wie auch immer, ich entschied mich für die Leica M6, weil sie viel leiser ist als die Nikon FE (allerdings immer noch deutlich lauter als die digitale Fuji X100). Der Kodak TX 400 Film wurde auf 800 gepushed. Die Bilder sind nichts besonderes, aber zumindest haben sie mir gezeigt, dass es auch mir möglich ist, mit einer Filmkamera unbemerkt Aufnahmen zu machen, noch dazu einigermaßen richtig belichtet.